Geschichte der Sauna Die Geschichte des Schwitzens reicht bis in die Steinzeit zurück. Archäologische Funde belegen, dass Menschen bereits vor über 10.000 Jahren Erdgruben-Saunen nutzten. Das finnische Wort „Sauna" stammt wahrscheinlich vom samischen Wort „soudnje" (= Grube in der Erde). Antike Kulturen Römisches Reich: Die Römer perfektionierten das Badehaus-System mit Tepidarium, Caldarium und Frigidarium. Öffentliche Thermen waren zentrale soziale Treffpunkte. Griechenland: Laconium — trockene Schwitzräume, benannt nach Lakonien (Sparta). Türkei/Osmanisches Reich: Aus den römischen Thermen entwickelte sich der Hamam. Russland: Die Banja existiert seit dem 5.–6. Jahrhundert. Mittelamerika: Temazcal — rituelle Schwitzhütten der Maya und Azteken. Japan: Onsen und Sentō-Tradition seit Jahrhunderten. Finnland — Das Mutterland der Sauna Erste finnische Saunen: Erdgruben mit heißen Steinen, über die Wasser gegossen wurde. Ab dem Mittelalter: Holzhütten mit Rauchsauna (Savusauna). In Finnland wurde in der Sauna geboren, gelebt, geheilt und gestorben. Leichen wurden vor der Beerdigung in der Sauna gewaschen. Fleisch wurde in der Sauna gepökelt. Bis in die 1950er wurden Finnen in der Sauna geboren. Heute: 3,2 Millionen Saunen bei 5,5 Millionen Einwohnern — statistisch eine Sauna pro Haushalt. Estland Die estnische Rauchsauna (suitsusaun) wurde 2014 von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt. UNESCO-Anerkennung 17. Dezember 2020: Die finnische Saunakultur wurde in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Es ist die erste Tradition Finnlands auf dieser Liste. 2018: Finnische Saunakultur auf einer 2-Euro-Gedenkmünze verewigt. Moderne Entwicklung Ab den 1930ern: Elektrische Saunaöfen revolutionieren den Saunabau. 1950er–1970er: Sauna-Boom in Mitteleuropa, besonders Deutschland und Österreich. 2000er: Aufstieg der Wellness-Kultur, Thermen-Boom. 2020er: Trend zu mobilen Saunen, Floating Saunas, Smart-Saunen.